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ANTIFRAGILITÄT


Antifragilität - Wie gestalten wir Möbel, die durch die Nutzung besser werden? AUFnutzung statt ABnutzung!


Antifragilität, was ist das? Fragil sind Gegenstände, die leicht zerbrechen. Die sich schnell verbrauchen oder die man nur mit gehöriger Vorsicht benutzen sollte. Fragil sind, laut dem Statistik- und Zufalls-Forscher Nassim Taleb auch Systeme, die wir Menschen konstruieren. Wie das Gesundheitssystem, das Bildungssystem oder die Wirtschaft. Alles Systeme, die schnell zerbrechen oder beschädigt werden können.

In einem Umfeld, dass jedoch immer unberechenbarer wird und in dem Veränderung blitzartig hereinbrechen kann, muss man sich fragen: Können wir uns fragile Systeme überhaupt noch leisten? Oder müssten wir, wie Taleb dies formuliert, nicht sogar antifragile Systeme installieren? Also Systeme, die bei aufkommenden Veränderungen besser, statt schlechter werden. Systeme die lernen und wachsen. Gewieften Denkern fällt dazu sofort der Begriff der Resilienz ein: Vereinfacht gesagt, die Fähigkeit aufzustehen, wenn man hingefallen ist. Aber Antifragilität geht noch weit darüber hinaus. In dem Begriff verbirgt sich ein fundamental anderes Denken. Systeme sollen nicht nur wieder „aufstehen“, sondern sich durch Krisen und Brüche verwandeln, komplexer werden und sich als System neu erfinden.

 

Nun stellt sich aber die Frage: Gilt die Idee der Antifragilität auch für Alltagsgegenstände? Wir glauben, ja! Nie zuvor haben die Biographien der Menschen so große Brüche erlebt. Scheidungsraten von 50% sind nur ein kleiner Beleg dafür. Möbel können ihren Wert nicht mehr nur darin schöpfen, dass sie robust und nachhaltig gemacht sind. Schon der Begriff der Qualität erklärt sich nicht mehr ganz von selbst, sonder hängt am Selbstverständnis des Einzelnen. Möbel benötigen vermehrt das Prinzip der Antifragilität, weil die Unberechenbarkeit ein so großer Bestandteil des Alltags der Menschen geworden ist.

Antifragil sind Möbel dann, wenn sie sich AUFNUTZEN, statt ABNUTZEN. Möbel also, die mit der Benutzung und vor allem mit großen Veränderungen im Leben der Menschen besser werden. Die uns vielleicht sogar helfen, Umbrüche besser zu managen und jedenfalls die nötigen Wandlungen nachvollziehen können. Antifragile Möbel sind Gegenstände des zukünftigen Zeitgeistes, und eine Herausforderung für Gestalter und Hersteller. Aber deutliche Vorboten einer Zeit, in der Beständigkeit eben nicht nur Robustheit bedeutet, sondern sich am Wandel orientiert.

 

 


Einreichschluss:

31.7.2017 23:59